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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Soziales psychische BeeintraechtigungenAntrags- und Leistungsberechtigter ist das Kind, der Jugendliche und der junge Volljährige selbst, dessen Teilhabe an der Gesellschaft durch eine psychische Störung beeinträchtigt ist. Im Falle eines minderjährigen Leistungsberechtigten stellen die Sorgeberechtigten den Antrag mit seinem Einverständnis und der Bereitschaft eine Maßnahme der Eingliederungshilfe umzusetzen.

 

Für die Prüfung einer Teilhabebeeinträchtigung ist ein jugendpsychiatrisches Gutachten vorzulegen. Der zuständige Sozialdienst prüft und stellt fest, ob es sich im vorliegenden Fall um eine seelische Behinderung handelt. Die kommunale Eingliederungshilfe als Teil der Jugendhilfe im Rahmen des achten Sozialgesetzbuches ist nur für Antragsteller aus dem Kreisgebiet zuständig.

 

 

Von der Geburt bis zum Schuleintritt

Eltern von Kindern mit (drohender) seelischer Behinderung haben die Möglichkeit im Rahmen der Betreuung in Kindertageseinrichtungen einen Antrag auf Gewährung einer Maßnahmenpauschale für einen Integrationsplatz zu stellen. Ziel dieser Eingliederungshilfe ist es, eine drohende Behinderung zu verhüten oder eine vorhandene Behinderung zu beseitigen oder zu mildern.

Leistungen der Eingliederungshilfe umfassen in dieser Entwicklungsphase etwa auch Maßnahmen der Frühförderung. Durch Frühförderungsleistungen sollen spezifische Benachteiligungen von Kleinkindern bis zum Schuleintritt behoben und den Eltern Kompetenzen zum förderlichen Umgang mit den speziellen Erfordernissen ihrer Kinder gegeben werden. Die Frühförderung ist im Regelfall interdisziplinär ausgerichtet und berücksichtigt dabei alle Fachdisziplinen.

 

 

Ambulante Hilfen für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige

Leistungsberechtigte Kinder und Jugendliche mit einer (drohenden) seelischen Behinderung können Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung erhalten. Die Eingliederungshilfe unterstützt dabei freie Zugänge von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Regelschulen (inklusive Schule).

So können etwa Schulbegleiter eingesetzt werden, um den Kindern und Jugendlichen eine im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht üblicherweise erreichbare Bildung zu ermöglichen. Schulbegleiter sichern die individuelle Betreuung und Versorgung der Schüler/innen über den pädagogischen und erzieherischen Auftrag des Schulpersonals hinaus.

Sofern eine Teilleistungsstörung (Legasthenie und Dyskalkulie) in der Schule ursächlich eine psychische Störung bedingt wie Selbstwertverlust oder eine Schulphobie mit Lern- und Schulverweigerung können Lerntherapien als ambulante Eingliederungshilfe eingesetzt werden. Die Lerntherapien finden ausschließlich bei anerkannten Lerntherapeuten statt.

Die Prüfung des Bedarfs dieser im schulischen Rahmen stattfindenden Eingliederungshilfen nimmt der zuständige Sozialdienst vor. Ambulante Eingliederungshilfe kann auch im familiären und sozialen Umfeld des Leistungsberechtigten stattfinden.  

 

 

Teilstationäre Leistungen für Schulkinder und Jugendliche

In teilstationären Einrichtungen werden Kinder, Jugendliche und in Ausnahmefällen junge Volljährige betreut, die besondere psychische Auffälligkeiten aufweisen und deren Eltern im pädagogischen Umgang noch zentraler Anleitung bedürfen. Im Vordergrund stehen dabei das soziale Lernen in der Gruppe, die Begleitung der schulischen Förderung und die Schaffung von Grundlagen zum Verbleib in der Familie.

Teilstationäre Angebote sind so angelegt, dass Sie direkt im Anschluss an die Schule beginnen und bis in den späten Nachmittag hinein andauern. Die Abendstunden und die Nacht verbringt das Kind in der Herkunftsfamilie (im Gegensatz zur Wochengruppe).

 

 

Stationäre Leistungen für Schulkinder, Jugendliche und junge Volljährige

Stationäre Leistungen der Eingliederungshilfe können nach folgender Ausrichtung unterschieden werden:

 

  1. Wochengruppe
  2. Wohngruppe (Innen- und Außenwohngruppen)
  3. Betreutes Wohnen als Einzel- und Gruppenwohnen

 

In diesen Maßnahmeformen werden Kinder, Jugendliche und junge Volljährige mit seelischen Behinderungen begleitet, die aufgrund der Schwere ihrer Beeinträchtigung einen erheblichen Bedarf an Einzelbetreuung bei gleichzeitiger Überforderung der Herkunftsfamilie haben.

 

Häufig geht der stationären Leistung ein längerfristiger Klinikaufenthalt voraus sowie eine dauerhafte Verfestigung des Krankheitsbildes. Im Zentrum der Betreuung steht die Förderung aller Lebensbereiche, die (Wieder-)Eingliederung in die Gesellschaft und die Rückkehr in die Herkunftsfamilie. Elternarbeit ist auch in diesem Maßnahmerahmen unverzichtbarer Bestandteil.

 

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